Transparentes Familienstellen
nach Charlotte C.Oeste ®

Das Familiensystem spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben. Jeder Mensch besitzt von
Natur aus ein ganz tiefes, angeborenes Bedürfnis, sich mit seinen Wurzeln - also mit seiner
Herkunft - zu verbinden. Dahinter verbirgt sich eine grundsätzliche, aber uns in der Regel
völlig unbewusste Verbundenheit mit Eltern und Vorfahren – wie auch immer wir zu ihnen
stehen. Das bedeutet aber auch, dass frühere schwere Schicksale über dieses Band der Familie
bis in die Gegenwart hinein wirken können. Durch diese Erkenntnisse von Bert Hellinger und
den in seinen Familienaufstellungen deutlich sichtbar gemachten Dynamiken solcher schick-
salsträchtiger „Verstrickungen“ wissen wir, dass wir unsere Stärken, aber auch unsere Schwä-
chen aus der Familie heraus entwickelt haben, und letztere vor allem, wenn es dort Krank-
heiten, Trennungen und andere schwere Schicksale gab und/oder noch gibt. Vor allem wenn
Vorfahren Opfer schwerer Krankheiten und Schicksale waren, wirken Trauer und Schmerz im
Familiensystem oft in der Art weiter, dass spätere Nachkommen ihrerseits schwere Schicksale
erleiden – wie um das Schwere in der Vergangenheit auszugleichen und ohne, dass sie sich
aus eigener Kraft davon lösen können.

Die tieferen Zusammenhänge zu entdecken und zu „ent-stricken“ bzw. Problemthemen in die-
sen Kontext zu stellen und darüber gute Lösungen zu finden, ist der Weg der familiensystemi-
schen Aufstellungsarbeit, die sich mittlerweile in viele Richtungen weiter entwickelt hat. Bert
Hellinger selbst spricht davon, dass die „natürliche Ordnung“ in der „Familienseele“ nur auf
dem Weg wieder hergestellt werden kann, indem möglichst jedes Familienmitglied seinen
„guten Platz“ darin zurück erhält und die „gute Lösung“ über das „Auge des Betrachters“
wirkt.

Gründe für eine Familienaufstellung können dabei sein: resistente und schwer behandelbare
Krankheiten wie der allergische Formenkreis, destruktive Erkrankungen wie Krebs, Auto-
immunprozesse oder auch schwere Infektionskrankheiten sowie psychische Probleme oder
Krankheitsbilder. Auch bei Suchterkrankungen schaut der Betroffene unbewusst – sichtbar in
der Aufstellung durch einen Stellvertreter – fast immer auf das schwere Schicksal eines
früheren, meist schon verstorbenen Familienmitglieds. Manche Menschen entscheiden sich
sogar aufgrund solcher „Verstrickungen“ – ohne dass es ihnen bewusst ist –, sich nicht zu
binden oder beispielsweise auch keine Kinder zu bekommen. Die Familienaufstellung als
therapeutische Maßnahme kann mit der Klärung ganz neue Türen öffnen: Krankheiten, die
bisher auf keine Therapie ansprachen, werden häufig behandelbar. Symptome können spontan
verschwinden. Psychische Probleme lösen sich angesichts der tieferen Erkenntnis, dass sie für
einen anderen Menschen getragen wurden. Partnerschaften auf dem Scheideweg bekommen
oft eine neue, tragfähige Basis, wenn das wirklich Trennende auf der tieferen Ebene des
Familiensystems liegt. Und nicht zuletzt entspannen sich ADS- und ADHS-Kinder (die
sogenannten „Hyperaktiven Kinder“) über der guten Lösung für ihre Eltern, wenn diese in ein
schweres Familienschicksal „verstrickt“ waren.

Homöopathische Mittel und das Erkennen der ergänzenden therapeutischen Maßnahmen -
ebenfalls durch die Aufstellung sichtbar – helfen dann, den seelischen wie körperlichen
Heilungsprozess im Alltag zu begleiten. Trance- und Releasing-Arbeit sowie ein schamani-
sches Ordnungsritual verhelfen weiterhin zu individuellen Lösungsschritten, besonders vor
wichtigen Entscheidungen, nach Trennungen und/oder bei nicht vollzogenen Ablösungs-
prozessen von Eltern, Kindern und nahestehenden Angehörigen. Bei dem von mir selbst
entwickelten Transparenten Familienstellen® übersetze ich das, was sich als Abdruck
einer tieferen Wirklichkeit in einer Aufstellung ausdrücken will, in Sprache und mache es
dadurch für jedermann transparent und greifbar. Diese Vorgehensweise, die sich aus meiner
langjährigen Arbeit mit Releasing heraus entwickelt hat, verstärkt meiner Erfahrung nach die
Wirkung dessen, was sich letztendlich als „die gute Lösung“ präsentiert: Der Mensch sieht,
versteht, öffnet sich und findet zu seiner Kraft und zu seinem Platz im Leben.

Gruppenaufstellungen

Gruppenaufstellungen finden regelmäßig als eintägige Seminare unter dem Titel „In die
Tiefe schauen und frei werden für das Leben“ ein- bis zweimal pro Halbjahr statt. Hin und
wieder biete ich auch Sonderseminare zu den Themen „Die Tür zum Erfolg“, „Wenn Kinder
leiden...“ oder „Beziehung – Wie Liebe lebendig bleibt“ an (bitte fragen Sie nach!). Bei einer
Gruppenstärke von 12 bis 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, von denen die meisten den
Wunsch haben, ihre persönliche Thematik aufzustellen, bestimmt das Los, in welcher Reihen-
folge mit Stellvertretern aus der Gruppe aufstellt wird. Durch diese Vorgehensweise, die
niemand bevorzugt oder benachteiligt, hat ein solches Seminar keinen vorgegebenen Ablauf.
Es ergibt sich dadurch aber erfahrungsgemäß ein Mosaik an Lösungsbildern, das jedem
Teilnehmer in seiner individuellen Problemstellung zugute kommt. Systemische Trance-
Reisen, ein schamanisches Ordnungsritual und Releasing-Sätze an die Gruppe, um die
Lösung (wo notwendig) zu vertiefen, bilden den Rahmen eines Aufstellungs-Tagesseminares.
Und Kinesiologie kommt hier ebenfalls zur Anwendung: Der Muskeltest am Ende bestätigt,
ob das innere Ziel erreicht ist und auch wirklich alle für das Familiensystem übernommenen
Lasten zurückgegeben wurden. Regelmäßige Entrollungsübungen und die gemeinsame
Abschluss-Trance vertiefen die Lösungen aus den Aufstellungen und machen für jeden der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer das zugänglich, was der guten Lösung dient – nach dem
Prinzip: jeder nimmt, soviel er braucht.

Einzelaufstellungen

Einzelaufstellungen sind dann angezeigt, wenn ein individuelles Problem vorliegt und/oder
Patienten/Klienten eine größere Öffentlichkeit scheuen. Hier bleibt als Ausweg, das Thema
mit meiner Unterstützung und mithilfe von Platzhaltern zu bearbeiten. Sehr hilfreich und
wirkungsvoll ist dabei die Aufstellung einzelner Sequenzen mit einfachsten Hilfsmitteln zum
Nacharbeiten persönlicher Aspekte nach einem Aufstellungs-Gruppenseminar. Die Gruppen-
erfahrung ist vor allem deshalb sehr wichtig und manchmal unverzichtbar, weil der Auf-
stellende da von außen schaut und sich dadurch besser in das Geschehen hineinfühlen kann.
Manchmal ist es auch notwendig, sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, dass es
einem bestimmten Menschen, den man (durch Tod oder Trennung) verloren zu haben glaubt,
wirklich gut geht. In einem solchen Fall kommt man allerdings nicht ohne (fremde) Personen
als Stellvertreter aus. Einzelaufstellungen hingegen sind am Anfang einer therapeutischen
Zusammenarbeit oft sehr aufschlussreich und helfen, erst einmal ein grundlegendes Vertrauen
in die Aufstellungsarbeit an sich aufzubauen. Sie werden nach Bedarf in eine therapeutische
Sitzung integriert.

Interne Familienaufstellungen

Interne Familienaufstellungen sind eine eigene, aus meiner systemischen Arbeit hervorge-
gangene spezielle Aufstellungstechnik mit Mitgliedern eines bestimmten Familiensystems.
Haben diese den Wunsch, ihr Familiensystem miteinander zu ordnen und die dabei gewon-
nenen Erfahrungen zu teilen, wird ein gemeinsamer Termin vereinbart. Mit dem Instrument
des Transparenten Familienstellens® werden dann kurze Sequenzen aufgestellt - wie in einem
Gruppenseminar. Vorab teste ich kinesiologisch aus, wie viele Personen aus dem jeweiligen
Familiensystem für die interne Familienaufstellung gebraucht werden. Da eine solche Interne
Familienaufstellung
den normalen Sitzungsrahmen sprengt, bitte frühzeitig melden!

Traumbilder-Aufstellungen

Traumbilder-Aufstellungen sind ein eigenes Projekt, bei dem ich meine Traumarbeit und
die Aufstellungsarbeit verbinde, so dass sich für den Träumenden auf diese Weise auch die
tieferen Bedeutungsebenen von Träumen erschließen. Da es in jedem Heilungsprozess um
innere Ordnungskriterien geht, ist die Traumebene der Bereich, der genau angibt, wodurch die
innere Ordnung gestört ist. Mit Traumbilder-Aufstellungen arbeite ich seit 2005. Damals
wurde ich gebeten, für das Katholische Bildungswerk eine Traum-Gruppe zu übernehmen.
Daraus hat sich eine ganz eigene Traumarbeit unter Einbeziehung von Releasing und
Transparentem Familienstellen® entwickelt, die ich in meinen Aufstellungsgruppen nach
Bedarf integriere und auch in Einzelsitzungen dafür nutze, die unterschiedlichen Lösungs-
ebenen hinter den Traumbildern zu erarbeiten und für die Klienten greifbar zu machen.
Meiner Erfahrung nach gibt es in diesem Zusammenhang mehrere Lösungsebenen, unter
anderen auch eine systemische, die mit der „Familienseele“ zusammen hängt und deren
Erschließung vom Träumenden als zutiefst erlösend erlebt wird.